Pfarrer Mag. Norman Tendis

Pfarrer Mag. Norman Tendis

Norman Tendis war ein liebender Ehemann, treusorgender Vater dreier Kinder, wunderbarer Pfarrer seiner Gemeinde in Sankt Ruprecht bei Villach und ein inspirierender Theologe, der seiner Kirche neue Wege gewiesen hat. Die Evangelische Kirche trauert um ihn. Norman Tendis ist auf dem Weg zur UN-Umweltkonferenz in Nairobi beim Absturz der Boeing 737-MAX 8 der Ethiopian Airlines ums Leben gekommen. Norman Tendis wollte den 6000 Delegierten der Konferenz in Nairobi einen Plan des Weltkirchenrates, den er maßgeblich mit verfasst hatte, vorstellen. Einen „Aktionsplan für Gemeinden, Gemeinschaften und Kirchen für eine Wirtschaft des Lebens und ökologische Gerechtigkeit“. „Die Art und Weise, wie wir mit der Wirtschaft und der Schöpfung umgehen – nicht nur als einzelne, sondern auch als Gemeinden, Gemeinschaften und Kirchen – ist eng mit unserem Glauben verbunden“, schrieb Norman Tendis im Vorwort des Aktionsplans. Veränderungen im Lebensstil der einzelnen Erdenbürger seien wichtig, aber sie reichten nicht aus. Auch die Regierungen müssten weltweit dazu gedrängt werden, einen fairen und nachhaltigen Lebensstil zu unterstützen. Norman Tendis ist nicht mehr unter uns. Das schmerzt, macht traurig, stellt seine Kirche aber auch vor eine große Aufgabe. Der Aktionsplan, den er in Nairobi präsentieren wollte, will umgesetzt werden, von den Gemeinden und Kirchen in Österreich und weltweit.

Text gerne übernommen von: https://evang.at/prophet-und-aktivist/

Alter Eintrag zur Nachlese:

10 Jahre Pfarrer Norman Tendis

Vieles haben wir gemeinsam geschaffen!

So viele neue Gesichter in dieser Ausgabe! Aber mein Gesicht kennen Sie nun schon eine Weile, denn seit dem 01.September 2010 bin ich seit genau 10 Jahren Pfarrer in Ihrer Gemeinde! Die Zeit vergeht und das ist auch für mich Anlass, ein wenig Rückblick zu halten. 1997 durfte ich bereits als Vikar zwei Jahre Ihre Gemeinde kennen lernen.

Ab 2000 haben wir mit Abendgottesdiensten und neuen Gruppen begonnen: Chor, Band, Trommelgruppe, Theaterszenen gehörten zum Gottesdienst und lockten interessierte Gottesdienstbesucher auch aus ganz Kärnten zu uns. Waren es damals einige wenige, so gibt es inzwischen in den meisten Kärntner Gemeinden Abendgottesdienste in anderer Form.

Als meine Frau den Namen „Regenbogengottesdienst“ aus der Taufe gehoben hatte, meinte bald jemand: das ist doch das richtige Logo für unsere Gemeinde: bunt und vielfältig sollte sie sein und den Bund mit Gott darstellen—so wie der Regenbogen!

Im Bethaus in der Einöde wurden auf Initiative von Altkurator Siegfried Kramer 2001 der Eingangsbereich, der Gemeindesaal und die Küsterwohnung wunderschön hergerichtet.

Bibelkreis, Hauskreis, Frauenzimmer, Mannsbilder, Bildungswerkveranstaltungen, die Gruppe „Wirtschaft im Dienst des Lebens“, die sich mit einem christlich verantworteten Lebensstil befasste, eine reformpädagogische Kindergruppe und vieles mehr entstand. Frauenkreis, Kindergottesdienste, Familiengottesdienste, Krippenspiel und anderes wurden fortgeführt.

Der Gemeindesaal wurde zu klein, bzw. ist es immer gewesen—über 50 Konfirmanden pro Jahr passten nie alle gemeinsam in den Raum. Als ich eines Tages einmal wieder in dem weitgehend ungenutzten Dachboden unseres Wirtschaftsgebäudes stand, sagte ich mir: Dieser Raum kann eine wunderschöne Atmosphäre haben. In unzähligen Bauausschusssitzungen und mit hohem ehrenamtlichen Einsatz vieler Helfer wurde das Vorhaben realisiert. Im Oktober 2004 feierten wir die Einweihung des neuen Gemeindezentrums . Endlich hatte die Pfarrgemeinde einen Saal, der für die Größe unserer Pfarrgemeinde angemessen war.

Die reformpädagogische Kindergruppe Entdeckungsraum siedelte in unser Haus in Gritschach. Die Krippenspieler begannen das Sommertheater. Neue Gemeindevertretungen begannen ihren Dienst. Der Konfichor füllte das Bethaus.

Das Personal konnte aufgestockt werden. Die Kirchenleitung ließ sich überzeugen, dass eine Pfarrgemeinde mit 3200 Mitgliedern mehr als einen Pfarrer braucht — werden doch sonst 1500 Gemeindeglieder pro Pfarrer gerechnet. Pfarrerin Arnold, Pfarrer Meister, Vikar Fussenegger, Pfarrer Petersen-Schmidt und nun unsere Gemeindepädagogin Selke konnten und können seither unser Gemeindeleben bereichern, ohne dass der Pfarrgemeinde dadurch wesentliche finanzielle Mehrbelastungen entstehen.

Gottesdienste und Besuchsdienste in den Seniorenheimen Julienhöhe und Laetitia gehören seither zum festen Bestandteil der Gemeindearbeit.

Das Regenbogenland dürfen wir inzwischen schon einige Jahre wachsen und gedeihen sehen. Wenn das Wetter passt, trifft man sich im Regenbogenland und freut sich an der Linde, den Obstbäumen, dem Fußballplatz, dem Tischtennistisch und dem Tippi.

Astrid Tendis-Knely, ohne die die Regenbogengottesdienste so nicht denkbar gewesen wären, begründete mit Teams: Frauenzimmer, Ostermorgen am Kumitzberg, Paulus und Paula Gottesdienste und ist für viele kreative Ideen verantwortlich.

In der Folge feiert nun auch die Einöde wie es gehört den Ostermorgen—und zwar am Lötschenberg.

Die Arbeit wuchs, das Personal wurde mehr—und das Büro wurde zu klein. So wurden mit dem Umbau des alten Gemeindesaales der Größe der Pfarrgemeinde angemessene Büroräumlichkeiten geschaffen—wiederum mit großem ehrenamtlichem Einsatz. Seit November 2006 finden sich dort das Sekretariat und der Besprechungsraum.

Als jedoch die erste Taufmatrik durch einen Schlagregen unter Wasser gesetzt wurde, war klar: diese Räume sind dringend sanierungsbedürftig. Ein Blick auf unsere Betriebkosten zeigte zudem deutlich: wenn wir jetzt nicht sanieren, haben wir in 10 Jahren das Geld buchstäblich zum Fenster hinausgeheizt, was eine Sanierung jetzt kosten würde.

So haben wir im Sommer 2008 die Sanierung des Büro-, Küster und Pfarrhauses vorgenommen.

Nun aber darf auch endlich unsere Kirche nicht länger warten, obwohl wir fast alle zwei Jahre eine größere Baustelle zu verkraften hatten. Schon bald werden wir hoffentlich die ersten Entwürfe der Architekten bekommen.

Doch bei so viel Baustellen ist immer noch die wichtigste Baustelle unsere Gemeinde und wie wir als Gemeinschaft zusammenwachsen.

Die Liebe ist Zentrum des christlichen Glaubens und um die soll es gehen, bei all unserem Bemühen.

1. Thessalonicher 3,12 Euch aber lasse der Herr wachsen

und immer reicher werden

in der Liebe untereinander und zu jedermann

 

Was geworden ist, wird schnell selbstverständlich. Doch ein Blick zurück in Dankbarkeit ist wichtig. Ich möchte Euch danken!

Ich freue mich, mit Euch allen gemeinsam so viel Schönes umzusetzen! Ich danke Euch für all Euer Engagement, ohne das dies alles nicht möglich wäre!

Herzlichst

Euer Pfarrer Norman Tendis